Vertrauen


Wichtige Dinge erkennen wir erst, wenn wir sie vermissen.
Vertrauen gehört zu den Grundlagen in unserem Leben. Wenn wir vertrauen, sonnen wir uns darin und vergessen fast, dass es flüchtig sein kann. Wird unser Vertrauen nicht erwidert und geschieht das überraschend, dann trifft uns die Verletzung tief. Wir igeln uns ein und ziehen uns zurück. Der Igel vertraut der Abwehr seiner Stacheln, wir für eine Zeit nur noch uns selbst.

Vertrauen ist ein eigenartiges Ding, es macht uns das Dasein leichter, lässt uns Raum für Entdeckungen und Erfahrungen. Es befreit das Leben von einer Last und gibt einem gleichzeitig das Gefühl, nicht allein zu sein. Beim Verlust sind wir niedergeschlagen und klein.
  • Was ist es also, dass uns mutig und gelassen macht?
  • Warum streben wir danach?
  • Können wir in einer Gesellschaft überhaupt ohne Vertrauen existieren, baut Gemeinschaft sogar darauf auf?

Zu Beginn, ganz am Anfang unserer Existenz machen wir die Erfahrung, dass da immer jemand ist, der uns umsorgt. Dieses Wesen richt und klingt um uns herum. Es dauert nicht lange, und wir können der Müdigkeit nachgeben und schlafen völlig schutzlos in dem Duft und Ton des Vertrauten ein, bis wir mit Hunger aufwachen und schreien, als wären die letzten Minuten unseres jungen Lebens angebrochen. Dann vernehmen wir wieder diesen bekannten Geruch und hören den Klang einer Stimme … Wir bauen Vertrauen auf.

Nebenbei hält das Schreien noch lange an und wird zur Methode. Wir sind nicht nur empfindsam, sondern auch klever. Die Welt um uns herum wird alles versuchen, um das Schreien zu beenden. Das Alter nimmt zu, die Methode bleibt. Eine Zeit lang hilft Milch, dann kommen Süßigkeiten hinzu. Später werden es Versprechen sein, die wir anderen unter Tränen abringen.

Zurück zum Vertrauen.

  • Was haben wir nun davon?

Also zuerst die Gewissheit, dass wir als Kleinkind nicht verhungern. Der beschriebene Kreislauf zeigt es. Was machen wir also mit der Energie und Neugier in uns? Wir gehen auf Entdeckungsreise und lernen. Fehlt etwas: Schreien, dann Trinken und Schlafen. Weiter gehts mit der Erkundung. Unsere ersten Schritte und Fahrversuche auf dem Fahrrad basieren auf dem Vertrauen, dass uns jemand in der neuen Dimension hält. Vertrauen bedeutet für uns: Sicherheit.

Eine Blase von Verlässlichkeit scheint uns also zu Beginn des Lebens zu schützen. Wir werden als naiv bezeichnet, wenn wir meinen, das geht im Dasein immer so weiter. Vertrauen wir zur Ausnahme und wir lernen, die Abwesenheit von Sicherheit mit Verträgen zu kompensieren. Mit Paragrafen schwindet die Emotion, trotzdem braucht es grundsätzliche Verlässlichkeit: Beide Parteien werden sich an den Vertrag halten.
Der Unterschied zwischen Vertrauen und Verlassen? Ich finde, Vertrauen geht viel tiefer, weil es mit Emotionen verbunden ist. Vertraue ich jemanden, dann ist das für mich wichtig. Wird mit vertraut, ist es ein ganz schlechtes Gefühl, wenn man es hintergeht, es bricht.

  • Können Menschen, die wenig Selbstvertrauen haben, anderen vertrauen?
  • Lässt sich verlorenes Vertrauen wiederherstelle?

Ich glaube eher nicht und das macht Vertrauen ungeheuer wertvoll. In ihm steckt Unsicherheit des Vertrauenden, wird es enttäuscht (das Ende der Täuschung) gewinnt die Angst Raum und nimmt ihn fett und zäh in Besitz.
Wir können Worten, Menschen, Tieren vertrauen.

  • Vertrauen wir Tieren, oder verlassen wir uns auf sie?
  • Tiere können sich aufeinander verlassen, aber vertrauen können sie sich nicht, weil sie keineSeele haben! Ist dass so?


Nur der Enttäuschte glaubt, dass Kontrolle besser ist als Vertrauen. Sind wir Individuen, denen vertraut wird, haben wir schon einiges im Leben geschafft und sollten uns der Verantwortung bewusst sein. Vertrauen wir, dann hoffen wir auf vertrauensvolle Menschen!

Vertrauen zu können ist einfach für beide Seiten eine gute Sache.

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