nass


Ja, da war ja noch die Sache mit dem Wasser: Es ist nicht nass.
Im Wasser sind wir von ihm umschlossen. Beim Tauchen verschwindet alles im flüssigen Element. Es umschließt uns ganz und gar. Nass zu sein, setzt immer die Abwesenheit von Wasser in ausreichender Form voraus. Es ist da aber nicht so, dass wir darin im wahrsten Sinne des Wortes baden könnten. Es ist wie ein kurzer Blick vor dem ersten Wort, ein Aufflammen des Zippos, ein kurzes Züngeln der losgelösten Tropfen. Kein Vollbrand in einem Stadel, sondern ein Lagerfeuer in den Dünen. Nass zu sein, bedeutet immer auch die Möglichkeit, trocken zu werden.

Beim Duschen sind wir nass. Die Perlen laufen an uns herab, schlängeln sich um uns, der Schwerkraft folgend bis zum Boden. Die Tropfen benetzen die Haut. Wir sind eindeutig nicht trocken. Ein Dreh am Hahn, ein flauschiges Handtuch auf der weichen Haut und schon verschwinden die Tropen und Rinnsale in den Fasern, flüchtigen sich in die Luft.

Tropfen sind wie der Knall eines Champagnerkorkens, ihn zu trinken ist das Versinken unter die Wellen.


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